Winter
Der Winter kam über Nacht,
auf weissen Socken,
will uns mit seiner
Pracht nach draussen locken.
Die Schneeschicht glitzert
hell und fein,
doch fällst du auf den
Zauber rein,
und gehst hinaus ganz ohne
Mütze,
dann fehlt dir
schnell die Ofenhitze.
Die Zähne klappern, kalt
die Ohren,
die Nasenspitze halb
erfroren.
Kalte Finger und Füsse wie
ungesund,
du schnatterst wie ein
junger Hund.
Du denkst mit Sehnsucht an
den Ofen,
wie schön wär’s auf
dem Sofa poofen,
die Füsse in die Länge
strecken,
eingepackt in warme
Decken.
Doch das genau wär‘
grad verkehrt,
wenn du geschippt und
Schnee gekehrt,
zieh Unterwäsche an aus
dickem Stoff.
Als nächstes brauchst du
aber noch,
Dicke Kleider,
Handschuh‘ warmer Schal,
ein dünner Kittel wird zur
Qual.
Schuhe gefettet und gut
geschmiert,
dass es dich nicht an die
Flossen friert.
Stülpst du ‘ne Kappe
auf die Rübe,
wäre das bestimmt nicht
übel.
Dann geh hinaus, hüpf in
den Schnee,
so gut gepolstert
tut’s nicht weh.
Roll lachend den ganzen
Hang hinab,
renn wieder rauf, und mach
nicht schlapp.
Türm Schnee zu einem Berg
rasch auf,
und bau ein grosses
Schneehaus draus.
Setz dich mit deinen
Kindern rein,
schenkt euch ‘nen
heissen Kakao ein.
Dazu noch Brezeln, mit
Butter geschmiert,
ich mach eine Wette dass
dich nicht friert.
Danach fahr‘
Schlitten, wie früher mit juchzen,
einen grösseren Spass
musst du noch suchen.
Hast du noch immer übrige
Kraft,
ich wette, dass das
Eislaufen dich schafft,
sause mit Freude auf
glitzernden Bahnen,
dann wird deine Kraft sehr
rasch erlahmen.
Auf dein Zuhause darfst du
dich jetzt freuen,
dieser Tag wird dich
bestimmt nicht reuen.
Ein Rat, bleib‘ weg
vom wärmenden Feuer,
denn es beisst in den
Gliedern dich ungeheuer,
es schmerzen die Finger
und nägeln die die Beine,
die Wärme dringt ein, das
ist das gemeine.
Doch schimpfe nicht, sei
trotzdem ganz froh,
denn jetzt war es wieder
einmal so,
wie vor Jahren, als wir
noch als Kinder,
ihn nicht erwarten
konnten, den eiskalten Winter.